Webentwicklung hat sich von statischem HTML über jQuery und Responsive Design bis zu React-Ökosystemen entwickelt. Jede Welle hat Komplexität angehäuft — und heute kommt die Gegenbewegung: Astro, htmx, Alpine.js. Und KI macht dieses Argument stärker, nicht schwächer.

Worauf es ankommt

Jede Technologie löst ein echtes Problem, zieht Aufmerksamkeit auf sich, wird über ihren ursprünglichen Anwendungsbereich hinaus eingesetzt, scheitert an ihren Grenzen — und wird dann von etwas Einfacherem ersetzt, das oft das Original neu entdeckt. Das Ziel einer Webseite ist immer dasselbe: dem Nutzer eine Lösung für ein Problem zu präsentieren.

Um das zu können, muss man überhaupt gefunden werden. SEO ist dafür der naheliegendste Weg — aber ein langwieriger, der viel Zeit braucht, bevor er sich auszahlt. Wer heute oben in den Suchergebnissen steht, zahlt oft dafür. Neben Keywords und Content zählen für Google vor allem Ladezeiten und Nutzerinteraktion — und das ist kein Zufall. Amazon hat 2006 gemessen, dass 100ms mehr Ladezeit 1% weniger Umsatz bedeuten (Greg Linden, Make Data Useful, Stanford).

Googles AI Overviews sollen Klicks um bis zu 34,5% reduzieren — Sichtbarkeit und Traffic entkoppeln sich zunehmend. Wer in einem KI-Agenten auftaucht, tut das weil er bereits woanders vertrauenswürdig war — Reddit, GitHub, Hacker News sind die neuen Backlinks. Der entscheidende Unterschied zu SEO: KI-Agenten entscheiden selbst, was sie präsentieren — und sie bevorzugen Inhalte, die Folgefragen bereits mitdenken.

Was bleibt: Aufmerksamkeit ist immer noch menschlich entschieden und Entscheidungen sind emotional. Schriftart, Farbe, Abstand — das ist keine Ästhetik, das ist Kommunikation. Aber vor allem entstehen Emotionen durch Sprache. Wer das versteht, fängt beim Schreiben an — nicht beim Figma-File.

Grundlagen und Minimalismus über Frameworks

Webseiten konkurrieren um Aufmerksamkeit. Eine Zeit lang war Bewegung die Währung — Animationen, visuelle Effekte, alles flimmerte.

React und Co. waren das Ergebnis leistungsfähigerer Browser und Smartphones, und haben Erwartungen erzeugt, die mittlerweile niemanden mehr beeindrucken. Doch Aufmerksamkeit ist endlich, und mittlerweile ist Klarheit wieder im Trend. Design beginnt mit dem Text, den Farben, der Schriftart. Alles andere — Komponenten, Animationen, Übergänge — ist Unterstützung, kein Selbstzweck.

Die meisten Animationen und Interaktionen lassen sich heute mit reinem HTML und CSS umsetzen — JavaScript kann auf ein Minimum reduziert werden. React und selbst elegantere Lösungen wie Svelte reimplementieren, was moderne Browser längst können. KI schreibt beides gleich gut — aber HTML und CSS sind schneller, leichter, wartbarer. Sofort mit React anzufangen ist wie ins Auto zu steigen, um beim Lebensmittelhändler eine Straße weiter einkaufen zu gehen. Manchmal notwendig — meistens nicht.

Den Nutzer verstehen

Features gewinnen keine Kunden, Vertrauen schon. Wer zurückkommt, tut es nicht wegen der Technologie — sondern weil er das Gefühl hat, gehört zu werden. Das setzt voraus zu wissen, wer die Kunden überhaupt sind und was sie brauchen. A/B-Testing, klare Zieldefinition und Nutzeridentifikation sind die eigentlichen Werkzeuge. Tracking zeigt, was Menschen tun — Gespräche zeigen, warum. Wer beides kombiniert, versteht seinen Nutzer nicht nur als Datenpunkt, sondern als Person. Wer das versteht, baut keine Features. Er baut Beziehungen.

Fazit

Wer eine Webseite braucht, die gefunden wird, Vertrauen aufbaut und funktioniert — der braucht keine Features. Er braucht Klarheit. Ich helfe dabei.

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Quellen

  1. It’s time for modern CSS to kill the SPA — Jono Alderson
  2. Amazon study: Every 100ms in Added Page Load Time Cost 1% in Revenue
  3. Words — Justin Jackson
  4. How Vercel’s adapting SEO for LLMs and AI search
  5. From SEO to GEO: Surviving the Shift to Generative Search — victorthinks